Vertrauen wächst im Alltag – Rückblick auf unseren Erfahrungsaustausch vom 31. Juli 2025

Vertrauen wächst im Alltag – Rückblick auf unseren Erfahrungsaustausch vom 31. Juli 2025

Gestern trafen wir uns wieder zum Erfahrungsaustausch. Im Mittelpunkt stand das Thema „Kommunikation mit Gefühlen und Bedürfnissen – besonders bei Menschen mit Demenz“.

Eine Szene, die nachhallt

Eine Teilnehmerin schilderte folgende Beobachtung:

Zwei Bewohner*innen sitzen zusammen. Die eine sagt: „Ich will ins Bett.“ Der andere erwidert erst nach einer Pause: „Dann musst du jemanden rufen … kannst aber lange rufen, weil keiner da ist.“

Was zunächst nüchtern klingt, wirft viele Fragen auf. Welche Bedürfnisse wurden hier sichtbar? Fühlten sich beide vielleicht unsicher, überfordert, einsam? Wie schnell interpretieren wir eine Situation aus unserer eigenen Geschichte heraus, ohne wirklich zu wissen, was in den Köpfen der WG-Bewohner*innen vorgeht?

Erkenntnisse des Abends

  1. Biografiewissen ist Gold wert
    Eine WG-Bewohnerin, die unvermittelt ihren früheren Beruf vergaß, fand durch einen kurzen Hinweis wieder Ruhe. Wer Lebensgeschichten kennt, kann Orientierung und Halt bieten.
  2. Grenzen wahren
    Belastende Situationen dürfen vermieden oder verlassen werden. Selbstfürsorge ist Voraussetzung, um anderen verlässlich beizustehen.
  3. Zeit als Geschenk
    Vertrauen entsteht nicht durch große Gesten, sondern durch gemeinsame, oft unspektakuläre Momente: Zuhören, Kartoffeln schälen, einfach da sein. „Wenn ich da bin, beschere ich ihnen eine gute Zeit.“
  4. Vertrauen lässt sich nicht erzwingen
    Es wächst, wenn Menschen spüren, dass sie so sein dürfen, wie sie sind, und dass jemand sie wirklich mag.

© Beitragsbild von Freepik

Wir waren vor Ort beim Landespflegeplan‑Fachtag in Berlin

Wir waren vor Ort beim Landespflegeplan‑Fachtag in Berlin

Am 16. Juli 2025 präsentierten wir uns mit einem eigenen Stand als Vertrauensstelle beim Fachtag zur Vorstellung des Landespflegeplans 2025 im Rathaus Treptow. Neben spannenden Vorträgen nutzten wir die Gelegenheit zum direkten Austausch mit Expert:innen aus der Pflege, engagierten Angehörigen sowie politischen Akteur:innen.

Besonders erfreulich: Der Landespflegeplan enthält jetzt erstmals einen eigenen Steckbrief zur „Vertrauensstelle Wohnen Pflegen Gemeinschaft“ mit klarer Beschreibung ihrer Zielsetzung, Aufgaben und Zielgruppen. Dort wird erläutert, dass diese Stelle neutral informiert, vernetzt, Öffentlichkeitsarbeit leistet und Schulungen für Vertrauenspersonen anbietet.

Die Beschreibung findet sich in den Steckbriefen des Landespflegeplans, auf der offiziellen Website der Berliner Senatsverwaltung. Dort ist zu lesen, dass die Vertrauensstelle seit Oktober 2023 aufgebaut wird – und eine zentrale Rolle in Kommunikation, Schulung und Vernetzung übernimmt.

Vertrauensstelle Wohnen Pflegen Gemeinschaft – Berlin.de

Wir sind stolz, dass unsere Arbeit nun auch offiziell im Landespflegeplan sichtbar ist und freuen uns sehr darüber, dass die wichtige Rolle von Vertrauenspersonen in Pflege-WGen zunehmend anerkannt und gestärkt wird. Diese Anerkennung ist für uns Bestärkung und Ansporn zugleich, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen – gemeinsam mit allen, die sich für würdevolles und selbstbestimmtes Leben im Alter einsetzen.

FAW Forum 2025 – „Verletzlichkeit als Ressource“

FAW Forum 2025 – „Verletzlichkeit als Ressource“

Am 10. Juli 2025 fand in Berlin das FAW Forum statt – der diesjährige Themenschwerpunkt lautete „Verletzlichkeit als Ressource – Eine interdisziplinäre Erkundung“. In Vorträgen, Lesungen und Gesprächen wurde beleuchtet, wie Verletzlichkeit bei Menschen mit Demenz und bei Pflegenden als Verbindungselement und Kraftquelle verstanden werden kann. Die Veranstaltung lud dazu ein, Vertrauen, Fürsorge und Beziehung neu zu denken.

Ein besonderes Highlight war das bewegende Theaterstück mit Menschen mit Demenz, das eindrucksvoll zeigte, wie kreative Ausdrucksformen neue Zugänge und Sichtweisen schaffen können. Es berührte das Publikum tief und machte deutlich, wie viel Potenzial in Beteiligung, Teilhabe und künstlerischer Selbstwirksamkeit steckt.

Wir waren mit einem eigenen Stand als Vertrauensstelle vor Ort. Dort führten wir viele anregende Gespräche mit Fachkräften, Angehörigen und interessierten Besucher:innen. Wir konnten über unsere Angebote informieren, vernetzen – und neue Impulse für unsere Arbeit mitnehmen. Gerade der Austausch rund um das Thema Vertrauen, Nähe und Grenzen war in diesem Rahmen besonders wertvoll.

Ein großes Dankeschön an die Veranstalter:innen und alle, die zu diesem inspirierenden Tag beigetragen haben!

Rückblick: Seniorenwoche & Markt der Möglichkeiten

Rückblick: Seniorenwoche & Markt der Möglichkeiten

Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir am Samstag, den 21.06.2025, auf dem Markt der Möglichkeiten viele tolle Angebote für Senior:innen entdecken, wertvolle Gespräche führen und neue Kontakte knüpfen. Besonders gefreut hat uns der direkte Austausch mit den Besucher:innen: Es gab nicht nur interessierte Fragen, sondern auch inspirierende Begegnungen mit Menschen, die sich ein Ehrenamt vorstellen können.

Auch für uns war der Samstag wieder ein voller Gewinn: Durch eure Rückmeldungen, Berichte und Eindrücke lernen wir stetig dazu – und wachsen gemeinsam weiter. 

Ehrenamtsbörse 24.05.2025 – Wir waren wieder dabei!

Ehrenamtsbörse 24.05.2025 – Wir waren wieder dabei!

Ehrenamtsbörse 24.05.2025 – Wir waren dabei!

Am 24. Mai haben wir die Ehrenamtsbörse im Roten Rathaus genutzt, um unsere Arbeit als Vertrauensstelle vorzustellen und neue Kontakte zu knüpfen.
Viele Interessierte haben sich über die Rolle der Vertrauensperson informiert, über Möglichkeiten zum Mitmachen und über die große Wirkung kleiner Gesten.

Besonders gefreut hat uns das große Interesse und die tollen Gespräche mit Ehrenamtlichen aus anderen Projekten – so viele Perspektiven, so viele Ideen!

Ein herzliches Dankeschön an die Organisator:innen der Ehrenamtsbörse für den großartigen Rahmen. Wir nehmen viel Motivation mit und freuen uns auf ein Wiedersehen bei der nächsten Börse oder bei einer unserer Schulungen!

Rückblick: Schulung „Kommunikation & Selbstreflexion“

Rückblick: Schulung „Kommunikation & Selbstreflexion“

Wie wirken wir, auch ohne Worte? Was macht gutes Zuhören aus? Und welche Haltung hilft uns in herausfordernden Situationen als Vertrauensperson?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Schulung – und führten zu einem Tag voller Austausch, neuer Perspektiven und bewegender Momente.

Nach einer lockeren Kennenlernrunde ging’s direkt los mit einem Rollenspiel zu aktiver Kommunikation. In der Reflexion wurde schnell klar: Mimik, Stimme und Körperhaltung sagen oft mehr als Worte – besonders im Kontakt mit Menschen mit Demenz.

Spannende Impulse gaben auch das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun und die „magischen 30 Sekunden“ beim Zuhören.
Ein Highlight: Die nachgespielten Szenen aus dem WG-Alltag. Erst holprig, dann auf Augenhöhe – der Unterschied war deutlich spürbar. So wurde greifbar, wie viel Vertrauen durch achtsame Kommunikation entstehen kann.

Am Nachmittag tauchten wir in persönliche Konfliktmuster ein und wagten erste Schritte in Richtung Gewaltfreier Kommunikation.
Eure Zitate zum Abschluss haben uns tief berührt – zum Beispiel:
„Ich will auch das hören, was der Bewohner nicht aussprechen kann.“

Danke an alle, die mitgemacht haben – wir freuen uns auf die nächste Runde!

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